TRAPEZ- und WELLPROFILE: BESCHICHTUNGS­SYSTEME

 

VLIESBESCHICHTUNG

In unserer Umgebungsluft befindet sich üblicherweise ein gewisser Anteil an Wasser in Form von unsichtbarem Wasserdampf. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann Sie aufnehmen (z.B. bei 20 °C Lufttemperatur17,3g/m', bei 10 °C nur 9g/m*). Man spricht in beiden Fällen von einer 100%igen Luftfeuchtigkeit.

Bei einer gewissen Temperatur wandelt sich der Wasserdampf in Kondensat bzw. Tauwasser um. Diese Temperatur nennt man auch Taupunkttemperatur. Sie ergibt sich aus der vorhandenen Taupunkttemperatur TL in °C und der relativen Luftfeuchtigkeit in %.

Bei unisolierten Dächern aus Trapezblech tropft dieses Kondenswasser bei entsprechender Menge ab und kann dadurch Schäden verursachen. Um dies zu vermeiden wurde eine spezielle Vliesbeschichtung entwickelt, die dieses Wasser aufnimmt und bei korrekter Belüftung wieder an die Umgebung abgibt. Sowohl die Umgebungstemperatur als auch die Tageszeit sind Faktoren, die die Wasserverdunstung beeinflussen.

 

KONDENSATAUFNAHME VON DR!PSTOP®

Bei DRIPSTOP® handelt es sich um ein "Vlies-Gewebegemisch" aus geflochtenen Polyesterfasern (PES), welche besonders gut geeignet sind, Kondenswasser aufzunehmen. Ähnlich wie bei einem Schwamm wird das Wasser bis zu einer gewissen Menge im Material festgehalten, sodass es nicht abtropfen kann. Je nach Dachneigung und Vliesvolumenanteil (DR!PSTOP® 95 g/m3) variiert die maximal aufnehmbare Wassermenge.

 

KONDENSATABGABE VON DR!PSTOP®

Um eine Verdunstung der aufgenommenen Wassermenge aus dem Vlies zu gewährleisten ist es zwingend erforderlich für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Die Wasserverdunstung ist von zwei Faktoren abhängig: Zeit und Lufttemperatur.

Praxisbeispiel: Bei einer Lufttemperatur von z.B. 20 °C und einer Trocknungszeit von 4,5 Stunden ist es möglich, eine Wassermenge von ca. 300g/m2 anteilig aus dem Vlies verdunsten zu lassen.

 

HANDHABUNG

 

SCHMUTZ- UND BESCHÄDIGUNGSFREIE VERLEGUNG
Bei der Montage von vliesbeschichteten Trapezblechen ist unbedingt darauf zu achten, das Antikondensat-Vlies nicht zu beschädigen, da dadurch die Funktionsweise beeinträchtigt werden kann. Finger- und Handabdrücke sowie durch Fett- und sonstige Schmiermittel verursachte Verschmutzungen sind dringend zu vermeiden.

ÜBERDECKUNGSBEREICHLÄNGSSTOSS
Die Längsstoßüberdeckungen der Profilränder sind vliesfrei.

 

TRAUFAUSBILDUNG
Im Traufenbereich empfehlen wir die Vliesbeschichtung auf einer Breite von ca. 10 cm vom Trapezprofilende zu deaktivieren, damit ablaufendes Regenwasser nicht in die Vliesbeschichtung einzieht. Dies können Sie mit einem professionellen Heißluftgebläse (1500-200 Watt) durchführen. Hierzu erhitzen Sie das Vlies bis zur sichtbaren Verflüssigung, sodass die geschmolzenen Vliesfasern kein Wasser mehr aufnehmen können.

Achten Sie unbedingt darauf, hierbei nicht den Lack zu beschädigen!

Bei Dachneigungen unter 20° empfehlen wir zusätzlich den wasserführenden Untergurt der Trapezprofile mit einer Falzzange so anzubiegen, dass das ablaufende Regenwasser in die Dachrinne abgeleitet wird. Somit wird eine Dauerdurchnässung der Schnittkante vermieden, so wie sie bei einem Kaltdach ohne Vliesbeschichtung entsteht.

Aufgrund der Tatsache, dass bei vliesbeschichteten Trapezblechen keine Profilfüller verwendet werden dürfen, empfehlen wir den Untergurt im Firstbereich soweit hoch zu biegen (z.B. Profil 35/207: 30 mm 45°), dass kein Wasser bis zur Vliesbeschichtung "hochgetrieben" werden kann. Anstatt von PVC-Profilfüllern empfehlen wir die Verwendung von gelochten Zahnblechen.

 

BELÜFTUNG VON KALTDACHPROFILEN IM FIRST

Sowohl im First, im Pultfirst als auch bei allen weiteren Dacherhöhungen ist es erforderlich Belüftungsöffnungen vorzusehen. Nur bei einer ausreichenden Belüftung ist die Verdunstung des Kondensats aus dem DR!PSTOP®-VLIES möglich.

 

Verarbeitungs- und Lagerhinweise Vliesbeschichtung (Myriad Absorb)

 

Anwendungsgebiete

Absorb® darf ausschliesslich für Kaltdächer verwendet werden:

  • an nicht isolierten Gebäuden
  • an Gebäuden mit Isolierung unterhalb der Dachpfetten

 

Absorb® kann verwendet werden an Gebäuden mit:

  • industrieller oder gewerblicher Nutzung (Lager- oder Produktionshallen…)
  • landwirtschaftlicher Nutzung (Lagerhallen, Ställe…)
  • öffentlicher Nutzung (Sport- oder Mehrzweckhallen…)

 

Absorb® kann nicht verwendet werden bei Dachneigungen unterhalb von 7 %. Die Mindestdachneigung beträgt somit 4°. Die hygrometrischen Bedingungen im Innern des Gebäudes müssen in jedem Fall kleiner oder gleich der Leistungsfähigkeit der Antikondensatbeschichtung sein, um die Aufnahmefähigkeit und die Trocknung der Beschichtung zu gewährleisten.


Die Verwendung von Absorb® ist nicht empfohlen:

  • in Gebäuden mit starker Dampfentwicklung (Schwimmbäder, Saunas, Brauereien, Färbereien, Papierherstellung, Molkerei, Großwäschereien etc.) oder in aggressiven Umgebungen (chemische oder korrosive Dämpfe, korrodierende Benetzung oder Befeuchtung etc.)
  • in Gebäuden mit starker Bildung von Stäuben (Sägewerke etc.)
  • bei besonderen klimatischen Bedingungen (z.B. enge und feuchte Täler, Flussmündungen), die die Leistungsfähigkeit der Antikondensatbeschichtung einschränken oder verhindern.


Empfehlung zur Einlagerung

Absorb®-Produkte müssen gegen Feuchte in einem überdachten und temperierten Gebäude gelagert werden. Gefertigte Profile müssen unter gleichmäßigen Bedingungen leicht geneigt gelagert werden, bei denen die Produkte vor Feuchtigkeit und Sonnenlicht geschützt sind, beispielsweise in einem geschlossenen und geheizten Lagerraum.

Sie sind auf einer Unterlage, die eine ausreichende Lüftung gewährleistet, vom Boden getrennt zu lagern.
Unter diesen Bedingungen sollte die Einlagerung einen Monat nicht überschreiten. Die Montage der fertigen Profile sollte maximal sechs Monate nach Auslieferung erfolgen.

 

Montage, Belüftung, Instandhaltung

Um eine dauerhafte Funktion des Absorb®-Produkts zu gewährleisten, ist es notwendig, dass das Vlies
über den Tag abtrocknen kann. Aus diesem Grunde ist eine ausreichende Belüftung des Gebäudes sicherzustellen.

 

Die Bedingungen für Lagerung, Verpackung, Transport, Handling, Montage und Instandhaltung müssen fachgerecht befolgt werden und den bestehenden Vorschriften entsprechen (Standardlastenheft DTU sowie regionale und nationale Regelungen).

Für den Fall, dass die Profile mit Absorb® auf Holzpfetten montiert werden, sind diese gegen direkten Kontakt mit dem Faservlies zu schützen.

 

Schutz der Proile in Längs- und Querrichtung

Schutz der Proile in Längsrichtung

Das Faservlies ist nicht auf der ganzen Blechbreite aufgebracht. Diese Aussparung entspricht der Längsüberlappung der Profile. Die minimale Aussparung hängt ab von der Profilhöhe, um eine Kapillarwirkung in der Überlappung zu verhindern. Bitte nennen Sie uns bei Bestellung die Seite, an der wir die Aussparung berücksichtigen müssen.

Die Standard-Aussparung auf der Längsseite beträgt 40 mm. Zwei Breiten der Vlies-Beschichtung entsprechen den am meisten verwendeten Formaten : 1180 mm (bei 1220 mm Bandbreite) sowie 1210 mm (bei 1250 mm Bandbreite). Alle anderen Breiten auf Anfrage in Bezug auf Verfügbarkeit und Lieferzeit.

Es wird empfohlen, die bauüblichen Vorschriften zu befolgen und im Besonderen die Abdichtung entlang der längsseitigen Überlappungen (Standardlastenheft DTU sowie regionale und nationale Regelungen) zu beachten.

 

Schutz der Profile in Querrichtung

Die Produkteigenschaften des Beschichtungssystems Absorb® beschränken ein kapillares Aufsteigen des Wassers im Faservlies. Die Befolgung der einschlägigen Montagevorschriften (DTU, regionale und nationale Vorschriften) dient dazu, das Aufsteigen der Feuchte zu begrenzen.

Dies lässt sich erreichen:

  • durch Anbringen einer Tropfkante an der Traufe
  • durch Anbringen von Dichtungen entlang der Querüberlappungen der Bleche sowie durch Beachtung der Länge des Dachüberstands.

 

Dachseite in Haupt-Windrichtung: Für die Dachseiten, die der Haupt-Windrichtung ausgesetzt sind, empfehlen wir eine Neutralisierung des Faservlies im Bereich der Überlappung und der Traufe, indem das Faservlies mit einem Heißluft-Föhn durch Erhitzen deaktiviert wird. Andere angezeigte und erprobte Maßnahmen zur Neutralisierung des Faservlies können auch schon während der Profilierung vorgenommen werden.